Unsere Entwicklungen

Eigene Produkte sind der ehrlichste Härtetest

Dort merkt man ziemlich schnell, ob gute Ideen auch als Software bestehen.

Kundenprojekte sind wichtig. Eigene Produkte sind noch einmal etwas anderes. Dort gibt es keine Ausrede, kein Briefing und keinen Fremdprozess, hinter dem man sich verstecken könnte. Man baut, entscheidet, irrt sich, lernt und muss anschließend selbst mit dem Ergebnis leben.

Dieter Rams

Kronberg / Weniger, aber besser

Dieter Rams

„Designer-Dieter Rams“ von Vitsœ at English Wikipedia, 2010

Quelle: Wikimedia Commons · Lizenz: CC BY-SA 3.0 · Bildnachweis

Bearbeitung: Änderungen: freigestellt (Hintergrund entfernt), zugeschnitten, skaliert. Die Bearbeitung steht unter derselben Lizenz, CC BY-SA 3.0. Bearbeitet von Today is Life.

Dieter Rams stellte eine Frage, die in einer Welt voller Features erstaunlich radikal ist: Braucht ein Produkt das wirklich? Gutes Design bedeutete für ihn nicht, möglichst viel hinzuzufügen. Ein Produkt sollte verständlich, nützlich und langlebig sein und sich nicht wichtiger machen als seine Aufgabe. Mit KI können wir heute immer schneller immer mehr Funktionen bauen. Die eigentliche Kunst besteht darin, die wegzulassen, die niemand braucht. Weniger Software. Bessere Software.

Dieter Rams (1932–) Industriedesigner und einer der einflussreichsten Produktgestalter des 20. Jahrhunderts

Warum wir eigene Software bauen

Eigene Produkte sind für uns kein nettes Nebenprojekt für ruhigere Wochen. Sie sind der Ort, an dem sich ziemlich nüchtern zeigt, ob unsere Vorstellungen von guter Software tatsächlich funktionieren.

In einem Kundenprojekt kann man vieles sauber lösen und trotzdem noch argumentieren, dass bestimmte Grenzen nun einmal aus dem Umfeld kommen. Bei eigenen Produkten fällt diese Ausrede weg. Dann ist man selbst für die Architektur verantwortlich, für die Prioritäten, für die Benutzerführung, für die Wartbarkeit, für die Preislogik, für den Betrieb und für all die kleinen Entscheidungen, die in der Summe darüber bestimmen, ob ein Produkt angenehm benutzbar ist oder einfach nur irgendwie existiert.

Genau deshalb lernen wir aus eigenen Produkten oft besonders viel.

Dort merkt man schnell, ob ein Datenmodell wirklich taugt. Ob ein Prozess elegant gedacht, aber umständlich gebaut wurde. Ob eine Oberfläche klar ist oder nur intern logisch wirkt. Und ob technische Entscheidungen auch dann noch vernünftig sind, wenn aus dem Projekt reale Nutzung, reale Abhängigkeiten und reale Verantwortung werden.

Ich halte das für einen ziemlich guten Test. Denn Software lässt sich leicht behaupten. Schwieriger ist es, sie über längere Zeit selbst auszuhalten.

Unsere Entwicklungen sind mehr als Referenzen. Sie sind ein Labor für Produktdenken, Architektur und die sehr praktische Frage, wie Systeme sich anfühlen, wenn Menschen wirklich mit ihnen arbeiten müssen.

Eigene Produkte

Chronuu

Eine Plattform für digitales Vermächtnis und Lebensdokumentation. Ein Thema, das technisch lösbar sein muss, aber vor allem Vertrauen, Klarheit und eine sehr saubere Benutzerführung verlangt.

GymBit

Software für Fitnessstudios und Personal Trainer. Buchungen, Workouts, Mitglieder und Abrechnung klingen übersichtlich, sind im Alltag aber ein ziemlich gutes Training für Prozesslogik.

34 – 74 €/Monat

HealthSync

Ein Produkt rund um Gesundheitsdaten. Hier merkt man schnell, dass Software nicht nur funktionieren, sondern auch Verantwortung tragen muss.

MysteryMail

Ein E-Mail-Rollenspiel über mehrere Tage. Spielerisch, ja. Aber technisch ein gutes Beispiel dafür, wie Timing, Dramaturgie, Automatisierung und stabile Zustandslogik zusammenkommen müssen.

Weitere Entwicklungen

StreetHunt

Gamification für Städte und Events. Interessant, wenn digitale Logik in reale Orte und reale Bewegungen hineinreichen muss.

Nachtbrief

Ein weiteres Produkt aus unserem Haus. Solche Projekte sind oft genau die, an denen man intern am meisten über Ton, Struktur und Produktgefühl lernt.

Postkartenwerk

Ein API-orientierter Dienst für personalisierte Postkarten. Digitale Produkte werden oft dann spannend, wenn sie an etwas Konkretes andocken.

DevConfig

Ein Werkzeug für Entwicklungsumgebungen. Eher technisch und nach innen gerichtet. Es hilft uns, unsere Maßstäbe an Produktivität und Wartbarkeit auch bei uns selbst anzulegen.

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